Sprachverlust nach Schlaganfall

Sprachverlust

Sprachverlust heißt in der Medizin Aphasie

Sprachverlust, also eine Aphasie, kann ausgelöst werden durch eine Hirnschädigung. In den meisten Fällen ist ein Schlaganfall, aber auch ein Gehirntrauma, Hirntumore oder Entzündungen des Gehirns der Auslöser. Ursache ist eine Schädigung meist der linken Hirnhälfte, die für unsere Sprache zuständig ist. Wenn das passiert, leiden die Betroffenen unter Sprachstörungen oder die Sprache fällt sogar ganz aus.

Für die Betroffenen ist dies schlimm, denn sie verlieren nicht nur ihre Sprache, sondern haben gleichzeitig Probleme zu lesen, zu schreiben – und auch zu verstehen. Dem Aphasiker fehlt sein komplettes Sprachverständnis – sein Zeichensystem, um Dinge, Gefühle, Tätigkeiten und Gedanken zu beschreiben. Die Störungen sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Besonders schwer Erkrankte können nur Wortfetzen hervorbringen und kaum etwas verstehen. Andere dagegen verstehen besser, reden aber zögernd, weil sie nicht immer die richtigen Worte finden.

Viele halten die Probleme von Aphasikern für eine geistige Behinderung. Doch das ist falsch. Die Denkfähigkeit bleibt ihnen erhalten. Die Menschen wissen wer sie sind, sie haben Erinnerungen an ihr Leben, an ihren Beruf. Sie können logisch und konsequent handeln. Wenn allerdings mehrere Hirnteile geschädigt sind, kann sich der Betroffene manchmal auch nicht richtig konzentrieren oder bewegen.

Wenn die erste, akute Behandlung im Krankenhaus gelaufen ist, wird die weitere sprachtherapeutische Behandlung ambulant durchgeführt. Diese Behandlungen können oft über Jahre andauern, hierbei ist sehr viel Geduld gefragt.

Und doch kann ein Patient auch nach jahrelanger Übung und Therapie einen großen Teil seiner Sprachfähigkeit wieder zurück erlangen. Je nach Schweregrad und Störungsbild der Aphasie. In den Bereichen wo nicht ausreichend erfolgreich behandelt werden kann, werden Kommunikationshilfen in Erwägung gezogen, die eine alltägliche Kommunikation und eine soziale Teilhabe ermöglichen.

Zu empfehlen ist in jedem Fall Kontakt zu Selbsthilfegruppen aufzunehmen – nicht nur für Betroffene, auch für Angehörige.

Z.B. hier:

http://www.aphasiker.de

http://www.selbsthilfe-buero.de