Intubation und Trachealkanüle

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Nach langer Intubation oder Anlage einer Trachealkanüle entstehen oftmals Schluckstörungen, egal welche Grunderkrankung vorhanden ist. Eine geblockte Kanüle behindert z.B. das Heben des Kehlkopfes, welches aber für einen gelungenen Schluckvorgang notwendig ist, um die Trachea komplett zu verschließen.

Bei längerem Ausbleiben der oralen Nahrungsaufnahme bilden sich die für das Schlucken verantwortlichen Muskeln zurück, sodass das Schlucken neu erlernt und trainiert werden muss. Durch eine Kanülierung können Patienten nach dem Verschlucken nicht abhusten, egal wie gut der Hustenstoß ist. In Folge ist auch die für das Husten notwendige Muskulatur nicht mehr kräftig genug, sodass diese zum Schlucken hoch wichtige Muskulatur ebenfalls trainiert werden muss, damit ein Verschlucken während des Schluckenlernens, folgenlos bleibt.

Auch mit der deblockierten Kanüle kann das Schlucken geübt und die Schluckfunktion trainiert werden.

Mit kräftigenden Übungsfolgen und Kostanpassung, auch über stimulierende Verfahren, wird die Schluckfähigkeit nach und nach wieder aufgebaut. Solange bis eine medizinische Kontrolle beim Phoniater oder HNO-Arzt, in Zusammenarbeit mit mir, durch eine FEES (Fiberendoskopische Dysphagiediagnostik) eine sinnvolle Dekanülierung bestätigt. Dazu wird ein flexibles Endoskop durch die Nase eingeführt und über dem Kehlkopfeingang (Aditus) positioniert. Unter endoskopischer Sicht erfolgt nun die Beurteilung des Schluckaktes. Dies ist in der Regel ein unkompliziertes und schmerzfreies Untersuchungsverfahren.